Gesellschaft
Kirche und Familie stehen im Lebensmittelpunkt
Wenn man über die italienische Gesellschaft spricht, kommt man am Katholizismus nicht vorbei. Italiens Bevölkerung ist zu über 90 Prozent römisch-katholisch. Der Glaube ist nicht nur Bestandteil des täglichen Lebens, sondern ist stark im Bewusstsein der Einwohner Italiens verankert.
Früher besaß der Katholizismus ungeheure politische Macht. Auch heute ist diese nach wie vor spürbar. Überall in der Gesellschaft ist der Einfluss der römisch-katholischen Kirche präsent - beispielsweise hat sie die Kultur, die Wissenschaften, die Musik, die Kunst, die Literatur und natürlich auch die Verwaltung des Landes immens beeinflusst. Italien ohne den Katholizismus ist nicht vorstellbar. Allein über 25.000 Priester sind in Italien tätig.
Ländliche Selbstversorger und Städter mit hohen Mietkosten
Von den fast 60 Millionen Einwohnern lebt ein Großteil - rund zwei Drittel der Bevölkerung - in Städten: hauptsächlich im Norden des Landes. Denn dort befinden sich die größeren urbanen Zentren. Für viele Zuwanderer aus dem Süden ist das Dreieck Mailand-Turin-Genua Einwanderungsziel. Im Gegensatz zu den südlichen Regionen gibt es hier Arbeitsplätze und somit auch einen höheren Lebensstandard. Aber auch weniger Wohneigentum. Hier punktet Süditalien. Viele Menschen im Süden besitzen ein Haus und ebenso einen Garten. Damit können sie sich größtenteils selbst mit Nahrungsmitteln versorgen. In den Städten sind die Mieten und die Preise für die Lebenshaltung relativ hoch. Ein höherer Verdienst ist daher Grundvoraussetzung, um dort leben zu können.
Reich und Arm, die Familie und ein gutes Essen
Auffällig ist die konstante Verringerung der Mittelschicht in der italienischen Gesellschaft. Immer mehr erwerbstätige Arbeitnehmer verdienen immer weniger Geld. Erwerbstätige können aufgrund des niedrigen Einkommens ohne weiteres kontinuierlich in der sozialen Hierarchie absteigen. Die Kluft zwischen arm und reich in der Gesellschaft lässt sich nicht mehr allein am Nord-Südgefälle festmachen.
Die Familie und die Nahrungsaufnahme sind Italienern - neben der katholischen Kirche und dem Fußball - heilig. Mit der Familie gemeinsam zu essen, ist für die Gesellschaft Italiens selbstverständlich und gehört zum täglichen Leben einfach dazu. In Italien ist es üblich, dass Kinder recht spät aus dem Elternhaus ausziehen. Heirat und Familiengründung sind unter anderem die Gründe für die späte Abnabelung.
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