Einkommen
Italien - niedrigstes Erwerbseinkommen der Industrienationen
Was auf die Arbeitslosenquote und den Lebensstandard in Italien zutrifft, ist auch auf die Einkommensstruktur anwendbar: Der strukturstärkere Norden hat ein höheres Pro-Kopf-Einkommen als der eher strukturschwache Süden.
Im Norden liegt Südtirol ganz vorne. Hier liegt das jährliche Pro-Kopf-Einkommen um die 34.000 Euro. In den südlichen italienischen Regionen Molise, Abruzzen, Apulien, Basilikata, Kalabrien und Kampanien sowie auf den Inseln Sizilien und Sardinien liegt das Pro-Kopf-Einkommen im Jahr bei 15.000 Euro. Im Süden ist eine Zunahme der Verarmung deutlich erkennbar.
Die Gehälter und Löhne sind in Italien durchschnittlich wesentlich geringer als in Deutschland oder in den anderen europäischen Industrienationen; selbst in Spanien und Griechenland sind die durchschnittlichen Nettoeinkommen höher. Familien müssen in Italien mit einem relativ niedrigen Einkommen pro Monat auskommen. Gerade die Arbeitnehmer im Süden des Landes haben Schwierigkeiten, mit dem Monatslohn über die Runden zu kommen.
Schlecht bezahlt: junge Arbeitnehmer und Akademiker
Extrem niedrige Löhne erhalten junge Italiener. Teils müssen sie einen Zweitjob annehmen. Viele über 30-jährige leben noch im „Hotel Mama", da sie sich keine eigene Wohnung leisten können. Auch für junge Akademiker ist es nicht leicht, sich auf dem italienischen Arbeitsmarkt zu behaupten. In der Regel verdienen sie ein Jahr nach Abschluss ihres Studiums durchschnittlich 1.000 Euro netto. Teils können sie erst nach drei Jahren beruflich Fuß fassen. Befristete Arbeitsverträge werden im Durchschnitt mit 760 Euro netto monatlich entlohnt.
Dabei ist die Lage für Geisteswissenschaftler am schwierigsten, - für Absolventen der Medizin, für Elektro- und IT-Ingenieure, für Wirtschaftswissenschaftler und für Absolventen der Pflegewissenschaften sieht es besser aus. Ärzte stehen bei einem Gehalt von 2.150 Euro pro Monat relativ gut da. Lehrer verdienen dagegen um die 1.200 Euro. Hochschulprofessoren kommen auf 1.700 Euro im Monat. Hart trifft es junge Freiberufler. Hier lautet das Arbeitsmotto „Viel Arbeit und sehr wenig Geld". Auch die Bezahlung der weiblichen Arbeitskräfte ist in Italien bei gleicher Qualifikation sehr unausgewogen.
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